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ALEX B DANCE
SomeBody spielt, so sehr es sich als Stück vor einer „allzu plausiblen Erklärung“ zu schützen sucht, mit dem latenten Zusammenhang von Selbstbestimmung und Manipulation, von Gleichmacherei und Einzelgängertum und es tut das verwirrend virtuos. Tatsächlich scheinen sich die Tänzer/Innen der eigenen Identität immer wieder vergewissern zu müssen, um sich nicht völlig im Ensemble zu verlieren. Stets steht ihre Existenz auf dem Spiel, ein einfacher Entkleidungsakt kann auch leicht die Preisgabe seiner selbst bedeuten. Die Frage heißt: Wie hat ein Miteinander zu funktionieren, ohne dass der eine den anderen dominiert? Hartmut Regitz / Ballet-Tanz Mai 04

Alex B erzeugt systematisch eine feine Unschärfe. Synchrone Ensembles zerfallen, sobald die Einzelnen die Choreografie nicht mehr als äußere Form, sondern vom individuellen Empfinden her reproduzieren. Wo mündet ein emotionaler Impuls in Motion? Und auf welche Emotion lässt diese rückschließen? Wann ist ein Ensemble ein Ensemble, und wann sabotieren die individuellen Körpersprachen den Eindruck von Synchronität? Zwischen Innen und Außen irrlichtert SomeBody zur wundersamen Livemusik und Soundcollage von Yoyo Röhm von Frage zur Frage. So mitteilsam, dass man Antworten nicht vermisst. Constanze Klementz / Berliner Morgenpost und Zitty Mai 04

Sie ist eher eine der stillen im Land, aber wenn AlexB ihre Stimme erhebt, lohnt es sich allemal, genauer hinzuhören. ME MYSELF AND I konzentriert sich ganz auf die Aussagekraft des eigenen Körpers, und der erscheint gleich in doppelter Gestalt. Besser gesagt: als ein Zwitterwesen. Immer wieder schiebt AlexB, für den Zuschauer anfangs unsichtbar auf dem einzigen Stuhl, ihre Arme unter denen von Jean-Marc Lebon hindurch, der auf ihr sitzt. Noch sind sie eins. Vergebens jeder Versuch, sich für einen Augenblick im anderen zu verkriechen. Die Haut des Alter ego läßt sich nicht wie ein Pullover überstreifen. AlexB und Jean-Marc Lebon sind sich nicht gleich, auch wenn sich die eine von dem anderen nicht befreien kann. Wie Yin und Yang bedingen sie sich einander. Hartmut Regitz / Ballettanz Mai 2002

Im “Graceland“ scheinen sie alle gleich, wenn sie sich wie Go-Go-Girls ins Licht der Öffentlichkeit schlängeln. Dabei unterscheiden sie sich ganz gehörig, und je länger die Arbeit mit Alex B dauert, desto mehr kommt ihre Persönlichkeit zum Zug. Sie bleiben, während Oliver Doerell und Roger Döring vorproduzierte und live erzeugte Musik mischen, selbst zu fünft auf seltsame Art stets solo. Zwischen absurder Anekdote und amüsanter Abstraktion schwankend, läßt Alex B ihre Frauen zwar am Ende von “Graceland“ gewaltig kommen. Doch zu spät, wenn man sich die männliche Konkurrenz in Erinnerung ruft. Die tanzte vor gut einem Jahr, mit dem “Lefthanded man“ an der Spitze, auf und davon. Hartmut Regitz / Ballet International/Tanz Aktuell 11. März 2001

Nach der Choreographie einer Männerlandschaft “the lefthanded man“ brachte AlexB am vergangenen Mittwoch im Berliner Tacheles das weibliche Gegenstück zur Uraufführung. “Graceland“, so der Titel, klingt zunächst wie “Zauberland“, und tatsächlich gelingt es dem Team um die Choreographin, für einen Moment von sechzig Minuten die Zeit anzuhalten. Wie in einem modernen Märchen zerrspiegelt dieses kleine Kunstwerk unsere alltäglichen Verzweiflungen, Sehnsüchte und Gemeinheiten. Auch auf musikalischer Ebene ( die artifizielle Musikauswahl und -bearbeitung stammt von Roger Döring und Oliver Doerell ) öffnet sich der Raum in die Geschichte. Ein bißchen zu kurz kommen Momente des wirklichen Erschreckens über das, was wir tun. Diese Qualität erreichte eigentlich nur eine Szene: Eingesperrt in die sarggroßen Wohnzellen treten drei Tänzerinnen gegen die Wände, und die Musik schwillt zu einem beklemmenden Ausbruchsversuch an. Die Erlösung bleibt jedoch aus. Arna Vogel / Neue Welt 08. Dez 2000

Und all das, was anfangs verkrampft erscheint, erstarrt in einem überlieferten Rollenverhalten, löst sich auf in einer Choreografie, die keine Schwere kennt und heiter über alle Unterschiede hinwegschwingt, als wär, die Wirklichkeit ein einziger, schöner Traum. Am Schluss hält es auch das Publikum nicht länger auf den Plätzen, und Mann wie Frau werden eins in einem Tanz von dem sich mancher wünscht, er würde niemals enden. Hartmut Regitz / Die Welt 21. Jan 2000

Am Anfang ist der Rücken. Bekanntlich kann der auch entzücken, wird hier allerdings eher entstellt und verfremdet. Nagende Schulterblätter, tiefe Wirbelsäulenfurchen, verschattete Hüften, dräuende Oberarme machen die empfindliche Oberfläche zu etwas Bedrohlichem, Männer zu unheimlichen Wesen aus einer anderen Welt. Nur manchmal finden zwei zu unschuldig-akrobatischer Zärtlichkeit - sie hängen dann an, auf, unter dem Tisch, umständlich und verkorkst, doch in der Intention klar: Nähe bei gebotener männlicher Distanz! Im Übrigen droht immer das Über-Ich in Gestalt eines ödipalen Gottvaters in rotem Jacket, der die Szenerie von oben beobachtet und sich Notizen macht. Franz Anton Cramer / FAZ 19. Jan 2000

Was die coolen Typen in ihren schicken Anzügen zeigen, ist nicht das, was sie in den verborgenen Gründen ihrer Seele sind. Dabei konzentriert sich Alex B in Ihrem gut einstündigem Stück nur scheinbar auf die Klischeebilder. Von Anfang an legt sie poetische Spuren aus, die in eine andere Richtung weisen. “ The lefthanded man “ ist weniger eine Sozialstudie über Männer in einer Bar als ein Ausflug in innere Landschaften. Norbert Servos / Tagesspiegel 19. Dez 1999

“The lefthanded man“, so der Titel, ist ein wunderbar melancholischer Abgesang auf einen untergehenden Männerkontinent  - die Bar. Alles ist verhalten an diesem Stück, das ein wenig von der Atmosphäre alter John Cassavetes-Filme durchatmet wirkt. Fünf vorzügliche Tänzer hat Alex B, der abendfüllende Stücke besonders zu liegen scheinen, gefunden, gute Musiker und mit dem Tacheles offenbar auch einen guten Ort. Michaela Schlagenwerth / Berliner Zeitung 18. Dez 1999

Lefthanded man. Bei Ihrer behutsamen Erkundung menschlicher Beziehungen gelingen der Choreografin Tänze von verspielter Leichtigkeit und fließender Sinnlichkeit. Sandra Luzina / Der Tagesspiegel 1999

Flesh and Blood Two. Man müßte ein Anatomiebuch aufschlagen und Knochen, Gelenke und Muskeln zählen. Wenn die Tänzer zu zweit oder zu fünft agieren, dann scheint ein unsichtbares Geflecht dehnbarer Bänder ihre Körper zu verbinden. Nichts bewegt sich in diesem Raum ohne Beziehung zu den anderen. Karin Bettina Mueller / TAZ 1997

Perfect Strangers. Die Choreografin inszeniert nicht bloß Körper, sondern sie läßt tanzen, ungemein phantasievoll, organisch und fließend. Tanz als atmendes Kontinuum, mit Tempo, aber ohne Hast. Tanz voller innerer Logik und in wunderbarer Balance zwischen Gruppe und Soli, Witz und Ernst. Volkmar Draeger / Berliner Morgenpost 1996

Ein prunkvoller Anachronismus ist das rote Samtsofa, das da auf der Bühne steht. Es lädt zum gemeinsamen Verweilen ein, fordert zur Selbstdarstellung allein oder zu zweien auf. Den Tanz auf dem und um das Sitzmöbel herum hat AlexB angezettelt. Die junge Choreografin, die in London ausgebildet wurde, hat gleich mit Ihrer ersten Produktion auf sich aufmerksam gemacht. Ihre nunmehr dritte Choreografie “Perfect strangers“ ist jetzt im Rahmen der “Tanzzeit Berlin 1995“ im Theater am Halleschen Ufer zu sehen. Wo der Tanz ansonsten auf Crash und Clinch reduziert ist, beweist Alex B, daß man die um sich greifende Beziehungslosigkeit auch mit weniger ruppigen Bewegungen veranschaulichen kann. Ihr flüßiger und plastischer Tanzstil, der alles Extreme vermeidet, begeistert auch diesmal. Sandra Luzina / Der Tagesspiegel 1995

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